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Da fiel es leicht, nachts aufzustehen, wenn Ali seine Fäuste schwang

Ansicht vergrößernQuelle: Aus dem Nordkurier vom 17.01.2012, geschrieben von Jens-Uwe Wegner

Box-Legende Muhammed Ali wird heute 70 Jahre alt und bringt Menschen aus der ganzen Welt immer noch ins Schwärmen. Auch der erfahrene Boxtrainer Wolfgang Nicolovius aus Waren konnte sich der Faszination nicht entziehen.

Dem Warener Boxtrainer Wolfgang Nicolovius fällt es nicht schwer, sich an die Glanzzeiten von Muhammed Ali zu erinnern, der heute 70 Jahre alt wird, waren die doch mit ständigen „Nachtschichten“ verbunden.

„Eigentlich war ich kein Nachtschwärmer, aber da fiel es leicht, nachts aufzustehen, wenn Ali seine Fäuste schwang“, erzählte der Vorsitzende des Eisenbahnervereins (ESV) Waren.

Der gebürtige Warener absolvierte gerade seine Lehrzeit in Thale, wo er auch zu einem Boxverein stieß. Gemeinsam mit den Vereinskollegen wurde dann um 3 Uhr morgens das Fernsehgerät angemacht. „Eigentlich bin ich mehr ein Fan vom Amateurboxen, aber Ali hatte mich voll in seinen Bann gezogen“, erinnerte sich Wolfgang Nicolovius. Und das nicht nur wegen seiner Leistungen im Ring. Besonders Alis konsequentes Nein zum Vietnamkrieg mit der Folge einer vierjährigen Sperre blieb Nicolovius in Erinnerung. Und dessen Fähigkeit, auch bei Niederschlägen immer wieder aufzustehen, wie beim späteren Comeback-Kampf, als er 32-jährig George Foreman schlug.

Aber zur Sportart Boxen gekommen ist Wolfgang Nicolovius nicht wegen der Legende. „Eigentlich hatte ich in Waren Leichtathletik bei dem damaligen Trainer Kurt Rüßbüldt betrieben, und auch nach meiner Lehrzeit in Thale und dem NVA-Dienst spielte ich beim meiner Rückkehr nach Waren erst einmal in einer Fußballmannschaft der BSG Waren/Rethwisch. Dort gab es aber auch eine Boxabteilung, so dass er wieder in den Ring stieg.

Schon früh entschied sich Wolfgang Nicolovius, Nachwuchstrainer für Faustkämpfer zu werden und legte 1970 seine Trainerlizenz ab. Für ihn ist es wichtig, dass bei seinen Schützlingen Kameradschaft an erster Stelle steht.

"Manche halten Boxen für eine Einzelsportart, und bei den Profikämpfern ist das dann oft auch so. Aber ich versuche, den Teamgeist und die Freundschaft zwischen den jungen Boxern zu fördern, denn die Gemeinschaft soll den Mädchen und Jungen Rückhalt geben", meinte Wolfgang Nicolovius. So ist es selbstverständlich, dass er für seine Schützlinge auch in den Winterferien täglich Sport und Spiel mit Ausflügen ins Schwimmbad oder zur Kegelbahn anbietet und in den Sommerferien mit den Kindern in ein Erholungslager fährt.

Dabei ist er sich nicht zu schade, persönlich Sponsoren um finanzielle Unterstützung zu bitten. Inzwischen hat der ESV neben seinem Stützpunkt in Waren auch einen in Rechlin aufgebaut, um junge Leute für das Boxen zu interessieren. Vielleicht sogar irgendwann mit dem Erfolg, dass die auch in aller Herrgottsfrühe aus den Federn purzeln, um sich einen WM-Kampf ansehen zu können.

 

 
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